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Jugendweltmeisterschaft 2008

vom 19. bis 30.10.2008 in Vung Tau/Vietnam
 

Teilnehmer aus Sachsen:

    ELO 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Punkte Platz
U12: Hans Möhn 1876 ½ 0 0 1 0 1 1 0 1 0 0 4,5 71.
U12w: Filiz Osmanodja 1939 1 0 1 1 ½ 1 1 1 ½ ½ 1 8,5 2.

Runde 10

Hans darf noch mal mit Weiß gegen einen einheimischen Vietnamesen Nguyen Tan Thinh ans Brett – aber Hans überlegte schon lange an einem guten Plan in der Eröffnungsphase, da die Vorbereitung nicht aufging und das zog sich hin, bis er in Zeitnot den positionellen Vorteil nicht in eine Gewinnstellung umsetzen konnte. Dieser Punktverlust war sehr schmerzlich, da zwei Punkte in den letzten Runden das große Ziel waren.
Filiz spielte wieder an Brett 2 gegen die Russin Bivol Alina.

Die letzte Runde am Donnerstag beginnt schon 10 Uhr, die Vorbereitung muss also noch heute Abend stattfinden.

Zum sonstigen Befinden: Alle sind gesund. Draußen ist es immer warm, egal ob es regnet oder stürmt. Es hat jetzt fast jeden Tag abends oder in der Nacht zum Teil heftig geregnet. Im Spielsaal gab es schon zwei kurzzeitige Stromausfälle und auch hier im Hotel wurden wir davon nicht verschont. Die Vietnamesen stellen viel auf die Beine: ein Talentwettbewerb der Delegationen, ein Folkloreabend in der Spielhalle und ein Folkloreabend im Hotel. Alle, die teilgenommen haben, waren begeistert.

Runde 9

Filiz spielte wieder an Brett 2 gegen die Chinesin Chin Zhai Mo. Auch diesmal wieder Probleme mit der Zeit, die in eine kritische Stellung führte. Dank kämpferischer Einstellung errichte sie noch ein Remis. Damit vorläufig wieder auf Platz 4.
Hans spielte mit Weiß gegen einen Jungen aus Nepal: Jaiswal Rupesh. Ein schneller Sieg nach nur zwei Stunden mit sauberer Eröffnung und fast sauberen Endspiel lautet das Ergebnis.

Filiz Osmanodja - Warda Aulia MedinaRunde 8

Filiz spielte an Brett 2 gegen die Indonesierin Anlia Wanda Medina. Da die Vorbereitung nicht ganz genau passte, plante Filiz wieder sehr ausführlich und geriet in Zeitnot, die sie jedoch mit einer vorteilhaften Stellung und einem Punkt wettmachen konnte. Damit steht Filiz dank besserer Feinwertung im Moment an Rang 1.
Vorbereitung für Filiz OsmanodjHans' Gegner aus den USA mit russischem Namen lies uns nichts Gutes ahnen. Die Vorbereitung ging nicht auf und Hans spielte zu passiv mit seinen schwarzen Steinen. Punktverlust. Schnell abhaken und weiter punkten.

Runde 7

Nach dem freien Tag startete Filiz an Brett 5 gegenHans Möhn die Vietnamesin Do Hoang Minh. Ihre Vorbereitung passte, die Zeiteinteilung war perfekt und Filiz holte souverän einen weiteren Punkt und rückte damit auf Platz 4 vor.
Hans traf in Runde 7 mit Weiß auf einen Gegner aus der Republik China – Taipei (Taiwan) Lu Chia-Hsin, wie sich im Spielverlauf herausstellen sollte – ein unruhiger Spieler, der erst gähnte, dann einen Tropfen von der Decke bemängelte und später noch sein Getränk verkippte. Hans hatte Vorbereitung für Hans Möhnsich eine gute Stellung erarbeitet und holte sicher einen Punkt.

Freier Tag

Unser freier Tag sollte schon 8.30 Uhr mit einer Stadtrundfahrt in offenen Bussen beginnen. Für viele bedeutete das, viel früher aufzustehen als sonst. Als aber 8.50 Uhr noch kein Bus zu sehen war, hieß es dann vom Hotel, Busausfahrt am freien Tages geht erst 10 Uhr los. Um diese Zeit kamen dann auch drei offene Busse, für 30 Leute aber deutlich unterdimensioniert. So mussten die U10- und U12-Leichtgewichte auf den Schoß genommen werden, damit wir endlich starten konnten.

Es war an diesem Tag leicht bewölkt und angenehm warm und die Fahrt in den offenen Bussen ein richtiges Vergnügen. Wir besuchten die Christusstatue und manche von uns Christusstatueschafften sogar den Auf- und Abstieg in der zur Verfügung stehenden Zeit. Da gerade dort die Sonne prasselte, genossen wir den Ausblick von den Pagoden unterhalb der Statue. Es ging am Hafen vorbei, und ein weiterer Halt war an einer riesigen Marienstatue, wo uns sogleich mehrere Händler bedrängten und wir lieber schnell weiterfuhren. Tolle Hotelbauten konnten wir auf dieser Strecke bestaunen. Dann kündigte eindringlicher Fischgeruch die Händlerstraße der Fischer an. MarienstatueRechts und links der Straße lagen Fische zum Trocknen. Es scheint hier eine Spezialität zu sein, die wir allerdings noch nicht gekostet haben. In unserem offenen Bus kam uns diese Straße sehr lang vor und wir waren in dem Moment froh, dass unser Hotel einen besseren Standort hat. Weiter ging es durch Straßen mit den unterschiedlichsten Händlern. Wie die wohl alle über die Runden kommen? Nach knapp zwei Stunden waren wir wieder im Hotel. Der Nachmittag wurde individuell gestaltet. Wir waren in der lokalen Markthalle, was man einfach mal gesehen, aber nicht alles unbedingt gerochen haben muss. Später am Strand trafen wir viele Spieler und Betreuer und es wurde Fußball gespielt und im Wasser der an diesem Tag starken Strömung entgegen getobt.

Doppelrunde 3 & 4 und 5. und 6. Runde

Am Mittwoch stand die Doppelrunde an, Beginn der dritten Runde 10 Uhr Ortszeit. Bereits 9 Uhr ging es per Bus zum Spielort. Die Kinder mussten relativ früh, ca. 30 min vorher an ihre Plätze – durften aber nach Vorbereitung des Spielformulars und Registrierung der Anwesenheit den Spielbereich verlassen. Es war wieder sehr heiß und auch der Spielsaal war nur im Bühnenbereich richtig klimatisiert, an vielen Stellen im Saal herrschte Schwüle.

Filiz' Gegnerin mit den schwarzen Steinen, Tasnim Amra, kam aus Südafrika. Die Südafrikanerin wehrte sich gegen Filiz' Pläne, die sie jedoch nach langer Spielzeit in einen Punkt verwandeln konnte.

Mit den weißen Steinen saß Hans diesmal ein Gegner aus Singapur gegenüber mit dem klangvollen Namen Bin Abdulah Iskandar. Trotz guter Eröffnung und auch ordentlichem Spiel unterlief Hans wieder ein Fehler, und er verlor. Der Druck für die vierte Runde am Nachmittag war damit sehr hoch und eine Ursachenforschung notwendig. Im Vergleich zu sonst trank er viel zu wenig für die dortigen Verhältnisse und er wurde angehalten, regelmäßig zu trinken.

Die Nachmittagsrunde wurde auf 17.30 Uhr verschoben. Das war auch gut so, denn mit Weg zurück ins Hotel zum Mittagessen, Nach- und Vorbereiten in Kürze, reichte auch so kaum die Zeit.

Nachmittags holte Filiz ohne Probleme einen ganzen Punkt gegen Stefana Milutinovic aus Serbien und auch bei Hans klappte es gegen den Engländer Nicholas Clanchy. Aber bei ihm war nach 4,5 h der Punkt auch mehr als hart erkämpft. Das war ein sehr langer Tag und die Vorbereitung am nächsten Tag stand wie immer 9.30 Uhr auf dem Plan.

Die fünfte Runde brachte Hans die Auslosung gegen den Australier Jack Ruan, der aber auch wie ein Chinese aussah. Hans hat leider nach nur 2,5h verloren, und dieses Spiel sollten wir alle schnell vergessen und nur noch nach vorn schauen.
Filiz unterlief in bekannter Stellung auch ein Fehler, und sie musste mit einem Remis gegen ihre Gegnerin aus Vietnam Tran Le Dan Thuy zufrieden sein. So ging auch dieser Tag nicht gerade glücklich aus.

Über Nacht hat es tüchtig gewittert und geregnet. Die Temperaturen sind etwas erträglicher. Beide Sachsen spielten ihre sechste Runde konzentriert und holten maximale Punktzahl, Filiz gegen Kimia Moradi aus dem Iran und Hans gegen Dimitros Papakonstantionou aus Griechenland.
Nach der sechsten Runde ist Ruhetag. Wir wollen in offenen Bussen eine kleine Stadtrundfahrt unternehmen und nachmittags unbedingt an den Strand.

2. Runde

Hurra, wir haben unsere Akkreditierungsausweise. Jetzt wissen die anderen, wer wir sind und wo wir herkommen. Fast alle später Angereisten laufen schon vom ersten Tag an so herum.

Die Vorbereitung auf die Spiele erfolgt am Vormittag. Filiz wird durch Bernd Rosen und Hans durch GM Thomas Pähtz betreut. Schon am Vorabend waren die Ansetzungen online - noch bevor sie im Hotel aushingen. An der Internetverbindung im Hotel wurde gearbeitet und so können wir jetzt sogar vom Zimmer aus "arbeiten". Ehrlich gesagt, wir gehen erst gern ab dem späten Nachmittag ins Freie – vorher ist es zu heiß. Einen Gang zum Strand können nur die Spieler unternehmen, die schnell gespielt haben oder die es vormittags wagen. Gestern wurden wir in der Dämmerung mit Hinweis auf die Uhr aus dem Meer gepfiffen!

Filiz spielte an Brett 4 mit den weißen Steinen gegen eine WCM Sarah Chiang aus den USA. Wie so oft in ihren Partien hatte sie Probleme mit der Zeit, was aber diesmal leider zum Verlust der Partie führte. Sie hatte die Uhr gedrückt, aber die Uhr merkte es nicht und die Gegnerin ließ die Zeit ablaufen.

Hans nimmt das philippinische Teilnehmerfeld komplett unter die Lupe, sein nächster Gegner heißt Jerad Docena und vor Abfahrt – wieder pünktlich – meinte er, heute einen Punkt zu holen. In aussichtsreicher Stellung führte jedoch ein Dameneinsteller zum Verlust der Partie.

Ein trauriger Tag aus sächsischer Sicht, der morgen zur Doppelrunde nur noch besser werden kann.

Eröffnungsfeier und 1. Runde

Die Eröffnungsfeier war für uns ein unvergessliches Erlebnis und da Bernd Rosen einen tollen Bericht, dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist, auf www.schachbund.de veröffentlicht hat, klickt einfach drauf.

Eröffnungsfeier Eröffnungsfeier Eröffnungsfeier
Eröffnungsfeier Feuerwerk Feuerwerk

Das Pech von Filiz' Vater hat uns alle sehr betroffen. Aber die Situation hier ist auch nicht einfach, denn im Zimmer gibt es keine Safes und nicht mal an der Rezeption kann man Wertsachen sicher hinterlegen. Wir müssen alle Papiere und Geld ständig bei uns haben. Alle Erwachsenen beschlossen, Filiz und ihren Vater finanziell zu unterstützen. An dieser Stelle möchten wir übermitteln, dass sich Osman und Filiz Osmanodia bei allen sehr herzlich bedanken und ihre Rührung zum Ausdruck bringen. Zum Glück befanden sich die Reisepässe – dank sozialistischem Ausland – sicher an der Rezeption, einer geordneten Rückreise steht also nichts im Wege.

Filiz Osmanodja und Hans MöhnDie Vietnamesen geben sich sehr viel Mühe mit der Organisation. Leider klappt die Verständigung auf Englisch nur selten gut und wahrscheinlich waren wir auch zu früh angereist. Das führte dazu, dass unsere Akkreditierungen bis zur ersten Runde noch nicht vorlagen. Immerhin waren vor Abfahrt zur ersten Runde die Auslosungen bekannt und der Bus stand pünktlich bereit.

SpielsaalDoch im Saal gab es eine Überraschung. Die Brettnummern wurden schlicht weg vergessen. Eilig bemühte man sich um eine Beschriftung, was jedoch nicht auf Anhieb gelang und so verzögerte sich der Beginn um eine halbe Stunde. Inzwischen waren verständlicherweise viele Kinder mit ihren Betreuern im Spielsaal, um den richtigen Platz zu finden. Nach entsprechender Aufforderung verließen dann aber die Betreuer den Bereich und die erste Runde konnte beginnen.Spielsaal

Filiz haderte mit ihrer ersten Gegnerin bis zu den bekannten Zeitproblemen, doch sie lies nichts anbrennen und holte sich wenn auch schwer erkämpft verdient den ersten Punkt.

Hans' erster Gegner kam von den Philippinen, hatte noch keine Wertzahl und hört auf den klangvollen Namen Vinie Angelo Medina. Leider unterlief Hans in der Eröffnung ein Fehler, den er im Verlauf des Spieles nicht mehr ausgleichen konnte und so erreichte er ein für ihn dankbares Remis.

Insgesamt ging die Runde für die Deutschen sehr gut aus, elf ganze Punke, zweimal Remis und ein Verlust.

In unserem Hotel geht es jetzt lebhaft zu, nachdem alle Nationen angereist sind – endlich ist das Essen auch etwas typischer geworden, aber der Andrang im Speisesaal leider auch. Nudeln und Pommes zum Frühstück sind allerdings nicht jedermanns Sache und auf Käse und Brot freuen wir uns schon jetzt.

Anreise der WM Teilnehmer

Empfang der deutschen Delegation in Ho Chi Minh CityDie 14 Teilnehmer der Jugend-WM in Vung Tau, darunter die Sachsen Filiz Oszmanodia (vor kurzem erst Vize-Europameisterin geworden) und Hans Möhn, beide U12, sind gut in Vietnam angekommen und wurden von den Gastgebern herzlich und sehr gut organisiert empfangen. Bis auf einen Trainerbetreuer, der wegen eines Passproblems noch fehlt, sind alle vor Ort und tanken nach der anstrengenden Anreise Kraft Vung Taufür den Start am Montag mit der ersten Runde. Am Sonntag findet die Eröffnungsveranstaltung statt, die auch im vietnamesischen Fernsehen übertragen wird.

Das unbeschreiblichste Erlebnis der Anreise war die Busfahrt von Saigon nach Vung Tau mit klimatisieren Reisebus. Motorräder und Fahrräder fuhren wie sie wollten und die Busfahrer hupten was sie konnten – drei Stunden bis Vung Tau.

A. Möhn

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