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2. Infineon Masters 2004

vom 25. Juni bis 04. Juli 2004 in Budapest

Zu einer kompakten Trainings- und Wettkampfmaßnahme reiste das Infineon Juniorteam am 24. Juni um 10.01 Uhr vom Dresdner Hauptbahnhof in die ungarische Hauptstadt ab. Dabei spielen unsere Talente in den 14 Tagen bis zum 9. Juli jeweils am Vormittag ein starkes Turnier mit internationaler Beteiligung. Danach schließt sich am Nachmittag die Auswertung der Partien mit dem renommierten ungarischen Trainer József Horváth an.

Im letzten Drittel ab dem 05. Juli schließen sich Trainingseinheiten zu speziellen Themen aus den Bereichen Strategie und Taktik mit dem starken ungarischen Trainer Zoltán Varga an.

27. Juni 2004 - Morgen gibt es das Spitzenduell Felix-Elena

Falko gegen FIDE-Meister Jürgen BrustkernDrei Runden sind im 2. Infineon Masters in Budapest gespielt.
Falko hat zwei Punkte erspielt. In der ersten Runde konnte er mit den schwarzen Steinen gegen den starken englischen FIDE-Meister Nathal Alfred (2375) einen Nimzo-Inder recht sicher gewinnen. Auch in der zweiten Runde gelang ein Sieg. Dieser war aber schwer erkämpft gegen deutschen FIDE-Meister Jürgen Brustkern (2266), der hier seit einigen Jahren die ungarischen Schachinteressen vertritt und für den Falko konzentriert kurz vor dem Kampf gegen FM Bela JuhaszNachschub von Spielern sorgt. Erst im Endspiel Läufer gegen Springer spielte Falko seine gestiegene Spielstärke zu einem sicheren Ergebnis aus.
Auch die dritte Runde begann verheißungsvoll. Der vermutlich Spielschwächste in der Rangliste, der ungarische FIDE-Meister Bela Juhasz (2216), opferte unbegründet einen Bauern. In der nun erreichten Gewinnstellung spielte Falko zu rasch und nach einem krassen Fehler wendete sich das Blatt. Felix GrafDie Niederlage war nicht abzuwenden.
Damit sind die Chancen wieder gesunken, eine weitere Norm zum Titel "Internationaler Meister" zu erreichen, wenn man bedenkt, dass noch vier weitere Internationale Meister auf die Herausforderung von Falko warten.

Auch Elena und Felix vollbringen hier sehr starke Leistungen.
Felix schlug in der ersten Runde den ungarischen FIDE-Felix GrafMeister Otto Dobos (2053) und ließ in der zweiten Runde gegen den ungarischen Spieler Jonasz (2181) ein Remis folgen. Etwas Angst führte zu einem etwas zu voreiligen Entschluss.
Ganz anders in der heutigen Begegnung gegen den in der Startranglisten führenden starken ungarischen FIDE-Meister Laszlo Puschmann (2285). In sehr beeindruckender Manier konnte Felix den strategisch Erfahrenen auf seinem eigenen Gebiet schlagen. Das Doppelturmendspiel Elena Winkelmannführte er dann sicher nach Hause!
Elena führt das Turnier gemeinsam mit Felix an!
In der ersten Runde besiegte Elena, als Letzte gesetzt, den an fünfter Stelle rangierten Spieler Daniel Juhasz (1965) recht sicher. Nach der Vorbereitung durch den ungarischen Großmeister Jószef Horváth gelang es ihr auch gegen den FIDE-Meister O. Dobos (2153) recht sicher zu gewinnen.
Die beste Leistung, obwohl "nur" Remis gelang heute Felix Graf und Elena Winkelmanngegen den ungarischen Spieler Robert Torma (2181). Das besser stehende Endspiel hätte auch noch besser ausgehen können.

28. Juni 2004 - 4. Tag

Die Ergebnisse der Taktik waren Falko 10,5, Felix 8,5 und Elena 7 Punkte von 12 Aufgaben.
Die Vorbereitung auf die Partie zwischen Elena und Felix verlief sehr unterschiedlich. Felix mit den weißen Steinen spielend vertraute seinem häuslichen Repertoire und schaute sich nur die Partien an, mit denen sich Falko auf seinen Gegner vorbereitete.
Dann ging es mit der Straßenbahn zum Büro des ungarischen Schachverbandes. Die Sonne hatte die Luft schon auf 30 Grad erhitzt. Es sollte noch nicht das Ende sein.
Die Runde begann und der Betreuer konnte einkaufen gehen, da am Wochenende die Lebensmittel zur Neige gingen. Den "Speisezettel" hatten die Teammitglieder geschrieben.
Zur Rückkehr war die Partie zwischen beiden schon beendet. Felix hatte sich eine starke Zentrumsstellung erarbeitet und begann bereits mit deren Ausbeutung. Dabei bemerkte er nicht, dass Elena eine gefährliche Falle aufgestellt hatte.
Falko, Elena und Felix beim Training mit Jószef HorváthSo konnten Felix und Elena das vom Großmeister-Trainer Jószef Horváth gestellte "Homework" sehr zeitig beginnen. Auch hier zeigte sich Elena Felix überlegen.
Nach 45 Minuten waren die zwölf Aufgaben aus der ungarischen Schachzeitung gelöst. Felix brauchte eine halbe Stunde länger. Falko musste in der Mittagspause ran. In zehn Minuten waren alle Lösungen aufgeschrieben.

Falkos Vorbereitung als Schwarzer gegen den deutschen Internationalen Meister Dimo Werner (2362) ging nicht voll auf. Aber bereits im Mittelspiel konnte Falko eine Druckstellung aufbauen. Von diesem Zeitpunkt (zweieinhalb Stunden) bis zum Ende der Partie (fünf Stunden und zehn Minuten) war der Weiße ständig um seine Verteidigung bemüht. Die ablaufende Uhr (jeder zwei Stunden plus 30 Sekunden) tat das Übrige. Falko wickelte zu schnell in ein besseres Turmendspiel mit einem Bauern mehr ab. Die Verteidigung hielt und Remis!? Aber nein, der deutsche IM stellte seinen letzten Bauern ein, ein krasser Fehler! Danach ist die Partie für Falko gewonnen.

29. Juni 2004 - 5. Tag

Kleine Exkursion zum Heldenplatz in Budapest (Elena, Felix und Falko)Erstmals standen die Teammitglieder nach acht Uhr auf, vier Tage und fünf Nächte haben doch schon etwas Kraft gekostet. Nach einem vitaminreichen Frühstück bereitete sich jeder sehr individuell vor.
Felix hatte es wieder am einfachsten, von seinem Gegner gab es keine Partien, und als Schwarzer hat bisher keiner gegen ihn Französisch gespielt. Elena hat nun den ELO-Stärksten und sich eine Überraschung ausgedacht; ihre Geheimwaffe. Und Falko prüfte noch, wann sein noch nicht so alter Internationaler Meister aufgehört hat, im Sizilianer das Richter-Rauser-System zu spielen. Da der Himmel bewölkt ist, war der Weg zum Spielsaal nicht so heiß wie gestern.

Felix Graf besiegt Daniel JonasFelix bekam einen Abtauschfranzosen. Daniel Jonas (ELO 1961) spielte sehr vorsichtig. Gerade deshalb bekam Felix durch entgegen gesetzte Rochaden schnell Angriff. Einfach herrlich sein Damenopfer gegen Turm und Springer. Die gegnerischen Figuren waren in Königsecke eingeklemmt (Kg2, Dh1, Sf1). Nach dem Zugzwang gab Daniel auf.
Elena kämpfte dreieinhalb Stunden bis ins Endspiel hinein, konnte Elena gegen Laszlo Puschmannaber die sich abzeichnende Niederlage nicht abwenden. Die Überraschung führte nicht zum Ziel; vielleicht im Gegenteil eine richtige Eröffnung hätte im Trainingssinne mehr gebracht. Im Mittelspiel wurden zu schnell wichtige Felder an den Gegner abgegeben. Bald folgte ein Bauernverlust, der dann im Endspiel entscheidend war.

Falkos Gegner, der Internationale Meister Adam Szieberth aus Ungarn (2370), versuchte mit den schwarzen Steinen Falko gegen Adam Szieberthdurch Zugumstellung in der Eröffnung Falko auf unbekannte Wege zu führen. Im Mittelspiel der entstandenen Philidor-Verteidigung wurde hart um das Zentrum und die offene d-Linie gekämpft. Dabei gewann Falko zuerst einen, dann einen zweiten Bauern sowie das Zentrum. Der Gegner jedoch besetzte die d-Linie und Falkos König war geschwächt. Das reichte dem ungarischen Meister, auch weil Falko zu sorglos spielte, seine noch immer nicht abgelegte Schwäche. Langsam konnte Adam seine Position verbessern und zum Sieg ausbauen.

Nach der Halbzeit können noch alle Teammitglieder mit ihren Ergebnissen zufrieden sein, wenn auch die IM-Norm für Falko nicht mehr möglich scheint.

30. Juni 2004 - 6. Tag

Die ELO-Gruppe (6 Teilnehmer, doppelrundig) begann heute mit der Rückrunde. Elena und Felix hatten Schwarz.
Daniel Jonas (1961), Elenas Gegner, spielte nach Zugumstellung diesmal das französische Vorstoß-System. Eigentlich hatte der Weiße eine sehr gute Position erreicht, um Elenas Königsstellung anzugreifen. Was tut er aber? Nach zwei Stunden Spielzeit nahm Elena sein Remisangebot dankend (köszönöm) an.
Der fast siebzigjährige FM Otto Dobos (2035) spielte das sichere Colle-System. Felix gelang es zwar im Mittelspiel, einen Springer gegen einen Läufer zu tauschen, hatte dann aber doch etwas zuviel Respekt, das Endspiel auf Gewinn zu spielen; also remis. Damit haben beide vier Punkte aus sechs Partien (Schnitt rund 2070).

Im Rundensystem (10 Teilnehmer) des IM-Turniers musste Falko heute gegen den Spitzenreiter, den amerikanischen FIDE-Meister Sean Nagle (2375) antreten. Sean ist visabedingt "nur" drei Monate in der ungarischen Metropole, um in sechs Turnieren hintereinander die fehlenden IM-Normen zu erspielen. Dazu lief es in diesem Turnier bisher nicht so schlecht.
In einer Königsindischen Verteidigung brachte Falko bereits in der Eröffnung in Verlegenheit. Nach Schwächung der Stellung des weißen Monarchen opferte Falko die Qualität. In der Verteidigung gab der Amerikaner den Turm gegen den Läufer zurück und die Partie begann nach vier Stunden von Neuem. Mit einem Zeitplus brachte Falko den Gegner in arge Bedrängnis. Die Fehler häuften sich und nach fünf Stunden und zehn Minuten stand Falkos Sieg fest.

PS: Das war ein wirklicher Kampf. Falko wollte unbedingt gewinnen und es sah lange nicht danach aus. Erst in den letzten Minuten (oder Sekunden?) gelang das finale Manöver zum Sieg!! Die bisher beste Leistung.

01. Juli 2004 - 7. Tag

Falko, Felix und Elena vor der 7. RundeNach dem gemeinsamen Frühstück haben sich heute alle Teammitglieder sehr intensiv auf ihre Gegner vorbereitet; hatten doch alle Weiß und sich viel vorgenommen. Bereits auf dem Weg zum Spiellokal kam der Vorgeschmack auf die heißen Partien des Tages. Im Schatten waren schon 9.30 Uhr 29 Grad angezeigt.
Die Vorbereitung von Elena und Felix ging auf, beide erreichten im Mittelspiel vorteilhafte Elena gegen Otto DobosStellungen.
Gerade als Elena an das "Ernten" dachte und sich eine Bauern holte, wickelte ihr Gegner, Otto Dobos (2035) in ein gleiches Turmendspiel ab. Aber der Tipp, in der Hitze und gegen ältere Spieler länger zu spielen, wurde befolgt. Nach dreieinhalb Stunden gelang es Elena, das Turmendspiel siegreich zu beenden.
Felix verlor im Mittelspiel den roten Faden und ruinierte seine eigene Königsstellung. Der Spitzenreiter, Felix gegen Robert Tormaein noch recht junger Spieler, Robert Torma (2181) forcierte sicher seinen Angriff. Nach vier Stunden stand sein Sieg fest.

Erstmals hatte Falko seine Partie als Erster beendet, erstmals auch mit einem Remis. William Paschall (2383), der zweite Amerikaner im Turnier, will unbedingt Großmeister werden. Dazu verbringt er ein Jahr in Budapest.
In einem Nebensystem der Falko gegen William PaschallSizilianischen Verteidigung gelang es beiden nicht, irgendwelche Vorteile zu erhalten. Nach einem abwechselnden Angriff auf zwei verschiedene schwache Felder wiederholten die Gegner die Züge; Remis.

02. Juli 2004 - 8. Tag

Die achte Runde entwickelte sich wie der gesamte Tag; nämlich zu einem grauen. Nicht nur das Wetter, Felix, Falko und Elenawelches mit 19 Grad, bedecktem Himmel und ständigem Nieselregen nichts von den Vortagen hatte, auch von den Partien kann wenig Positives berichtet werden.
Nur Elena konnte mit etwas Glück, im rechten Moment angeboten, Remis erreichen. In der Analyse sah niemand außer Falko in der Schlussstellung die Gewinnkombination für Robert Torma (2181). Felix hatte mit Schwarz keine Chance gegen FM Laszlo Puschmann (2283). Immerhin gingen beide Partien dreieinhalb Stunden.

Leider hatte Falko mit der veränderten Eröffnungswahl keine gute Hand. Der erfahrene Internationale Meister Pal Petran (2386) nahm als Weißer schnell wichtige strategische Punkte am Damenflügel unter Kontrolle. Der Kampf zog sich zwar insgesamt noch vier Stunden hin. Aber in dieser Partie war Falko chancenlos und damit auch die Erfüllung der Norm zum "Internationalen Meister" leider vergeben. Die Ursachen lagen in den Partien gegen IM Szieberth und FM Juhasz.

Gleich nach der Runde ging es mit einem schnellen Mittagsbaguette im Magen zum Rapidturnier. 36 Teilnehmer, die meisten nehmen am "First Saturday"-Normenturnier teil, kamen zum "First-Friday-Rapid-Tournament" (!!) - sieben Runden mit je 20 min Bedenkzeit. Leider wurde der versprochene Zeitrahmen (20 Uhr) mit mehr als einer Stunde "überboten".
Als Trainingsmaßnahme eine ausgezeichnete Sache. Alle Teammitglieder spielten gegen sehr starke Gegner. Falko mit dreieinhalb (fast 2400er Schnitt), Elena mit drei (davon der letzte kampflos) und Felix mit zwei Punkten können insgesamt zufrieden mit dem guten Training sein.

03. Juli 2004 - 9. Tag

Der neunte Tag fing schon gut an: die Sonne lacht und 26 Grad. Alle Teammitglieder "gingen" kurz, Elena im Sommerkleid. Aber es waren ja nur zwei Punkte drin, weil Elena und Felix ihr Spiel gegeneinander austragen mussten. Und es wurden auch zwei Punkte; die Sonne lacht!
Bei beiden ging es gleich zur Sache. Für viele befreundete Schachspieler keine normale Angelegenheit, gegeneinander bedingungslos auf Sieg zu spielen. Im Damengambit, Elena mit Weiß, kamen ungleiche Rochaden zustande. Als erste war Elena am Drücker. Zwischen der zweiten und dritten Spielstunde schwebten Opfer in der Königsstellung bei Felix in der Luft. Nach drei Stunden war das "Gemetzel" schon zu Ende. Felix hatte den Angriff abgewehrt, sah aber auch nicht seine eigenen Angriffsmöglichkeiten und nahm Elenas Remisangebot an.

Falko hatte in der letzten und neunten Runde mit dem nominell stärksten Spieler, dem ungarischen FIDE-Meister Rovid Kalman (2405), eine auf dem Papier schwere Aufgabe. Auch um das Turnier versöhnlich ausklingen zu lassen, wollte er mit Weiß unbedingt gewinnen. Längst hatten die anderen Spieler remisiert, um die Norm (Sean Nagle) oder die Plätze abzusichern, da kämpfte Falko noch lange um den ganzen Punkt. Bereits eine Ungenauigkeit im neunten Zug des Sweschnikow-Systems führte zu Positionsvorteil. Nach zwei Stunden war ein Bauer gewonnen. Nach dem Damentausch gestaltete sich das Endspiel recht schwierig. "Das Schwerste ist, eine gewonnene Stellung zu gewinnen!", sagte schon der deutsche Schach-Vorkämpfer, Großmeister Tarrasch, vor rund achtzig Jahren. Mit einem sehr feinen Turmmanöver entschied nach knapp vier Stunden Falko die Partie.
Wenn auch die Norm verfehlt, so wurde ein plus von 30 ELO-Punkten erzielt. Und es war knapp (die Norm lag bei 6 Punkten) und der Titel wird bestimmt nicht mehr lange auf sich warten lassen. In diesem Turnier war Falko der einzige jugendliche Spieler (13 Jahre), mit Abstand der Jüngste. Alle anderen waren bereits erfahrene erwachsene Meisterspieler, die alle einen internationalen Titel besitzen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Falko in diesem Turnier seine Gegner beherrscht hat. Das äußerten auch die Spieler, die gegen ihn gewonnen hatten. Sie waren überrascht von der Spielstärke, von der Schnelligkeit und der Art des Spielens. Nur eine Partie war nicht unter Kontrolle; in der achten Runde gegen IM Petran, was mehr an der Eröffnungswahl lag. Es wurden wieder bestimmt Schwächen ausgemacht bei der Verwertung des Vorteils sowie der Suche nach Kandidatenzügen und der Zeiteinteilung. Trotzdem ist Falko gut vorbereitet auf die Europameisterschaft im August 2004 in der Türkei.

04. Juli 2004 - 10. Tag

Auch der zehnte Tag fing mit reichlich Sonne an. Nach der Runde waren wieder 30 Grad. Auch heute waren ja nur zwei Punkte drin, weil nur noch Elena und Felix ihre zehnte und letzte Runde austragen mussten.
Felix ließ nichts anbrennen gegen Daniel Jonas (ELO 1961). Seinen Damen-Inder behandelte er so strategisch, dass der Gegner keine Gegenchancen besaß. Das entstandene Springerendspiel war dann nur noch eine leichte Kür, den vollen Punkt einzufahren.
Wesentlich schwieriger hatte es Elena. Wieder war der starke ungarische FIDE-Meister Laszlo Puschmann (ELO 2283) ihr Gegner. Durch Zugumstellungen gelang es Elena, seine Lieblingsaufstellung (Bird) zu verhindern und in einen geschlossenen Sizilianer zu gelangen. Trotzdem waren die schachliche Stärke und vor allem die Erfahrung auf der Seite des FIDE-Meisters. Ihm gelang es im Mittelspiel, Elenas Bauernstellung zu vereinzeln und in ein gewonnenes Turmendspiel überzuleiten. Elena gab rechtzeitig auf.

Insgesamt auch für beide Spieler des ELO-Turniers eine sehr gute Leistung. Alle gewannen ELO hinzu. In jeder Partie musste gekämpft werden; alle Gegner waren ernst zu nehmen. Die Auswertung durch den Großmeister-Trainer Jószef Horváth mit anschließenden Training zeigte die noch vorhandenen Fehler auf, neue Mittelspielpläne und Wege und wie entstandene Endspiele auf Sieg oder auf Halten gespielt werden.

Alle schauen erwartungsvoll, was die weiteren Tage Training mit Großmeister Zoltán Varga bringen wird. Bestimmt wird sich nun auch Zeit finden für eine kleine Stadtbesichtigung.

Endstand beim II. Infineon-Masters (Budapest):

ELO-Turnier (ELO 2070) nach 10 Runden: 1. Robert Torma (HUN) 8 Punkte, 2. FM Laszlo Puschmann (HUN) 7 Punkte, 3. Elena Winkelmann (GER) 6 Punkte, 4. Felix Graf (GER) 5,5 Punkte, 5. FM Otto Dobosz (HUN) 2 Punkte, 6. Daniel Jonas (HUN) 1,5 Punkte

IM-Turnier (ELO 2336 Kat IV) nach 9 Runden: 1. FM Sean Nagle, 2. IM William Paschall (beide USA), 3. IM Pal Petran je 6 Punkte, 4. FM Falko Bindrich (GER), 5. IM Adam Szieberth (HUN) je 5,5 Punkte, 6. IM Dimo Werner 5 Punkte, 7. FM Nathan Alfred (ENG) 4 Punkte, 8. FM Jürgen Brustkern (GER) 2,5 Punkte, 9. FM Rovid Kalman 2,5 Punkte, 10. FM Bela Juhasz 2 Punkte (beide HUN).

ELO-Zugewinn: Elena Winkelmann 87 Punkte, Felix Graf 14 Punkte und Falko Bindrich 32 Punkte

Oswald Bindrich

Tabellen:

--------------------------------------------------------------------
2nd Infineon IM Budapest HUN (HUN), 25 vi-3 vii 2004  cat. IV (2337)
--------------------------------------------------------------------
                                      1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 
--------------------------------------------------------------------
 1. Nagle, Sean           f USA 2375  * = 0 = 1 = 1 1 = 1  6.0  2457 
 2. Paschall, William M   m USA 2381  = * = = = = = 1 1 1  6.0  2456 
 3. Bindrich, Falko       f GER 2253  1 = * 0 0 1 1 0 1 1  5.5  2425 
 4. Szieberth, Adam       m HUN 2370  = = 1 * = = 0 = 1 1  5.5  2412 
 5. Petran, Pal           m HUN 2386  0 = 1 = * = 1 = 1 =  5.5  2411 
 6. Werner, Dimo          m GER 2362  = = 0 = = * = 1 = 1  5.0  2376 
 7. Alfred, Nathan        f ENG 2356  0 = 0 1 0 = * 1 1 0  4.0  2291 
 8. Juhasz, Bela          f HUN 2211  0 0 1 = = 0 0 * 0 =  2.5  2184 
 9. Brustkern, Juergen    f GER 2266  = 0 0 0 0 = 0 1 * =  2.5  2178 
10. Rovid, Kalman         f HUN 2405  0 0 0 0 = 0 1 = = *  2.5  2162 
--------------------------------------------------------------------

2nd Infineon FM Budapest HUN (HUN), 25 vi-4 vii 2004
------------------------------------------------------------
                                 1  2  3  4  5  6 
------------------------------------------------------------
1 Torma, Robert        HUN 2181 ** =1 == =1 11 11  8.0  2291
2 Puschmann, Laszlo  f HUN 2283 =0 ** 11 01 11 1=  7.0  2179
3 Winkelmann, Elena    GER 1920 == 00 ** 1= 11 1=  6.0  2175
4 Graf, Felix          GER 2056 =0 10 0= ** 1= 11  5.5  2112
5 Dobos, Otto        f HUN 2035 00 00 00 0= ** =1  2.0  1840
6 Jonas, Daniel        HUN 1961 00 0= 0= 00 =0 **  1.5  1799
------------------------------------------------------------

Kommentar von chesscenter.com:
The 2nd IM-Masters took place 25th June - 4th July 2004. US Student FM Sean Nagle made his first IM Norm taking first place ahead of William Paschall, both finished on 6/9. The Sponsor Infineon is a large Ship-Company in Germany and sponsors the only Chess-School in Dresden. 3 talented Kids (the so called "Infineon Yuniors-Team) were in Budapest and played very well. FM Falko Bindrich (a member of the german Metropa Cup Team) missed the IM norm by half a point. In the FM-Section (old against the youngsters Elena Winkelmann make a great effort: with the lowest ELO (1908) she made a 2200 Performance (won 70 Elo) taking 3rd Prize. Robert Torma won the event. News: Juergen Brustkern.

Training mit GM Zoltán Varga

Falko, Elena und Felix beim Training mit Großmeister Zoltán VargaAm Sonntag (4.7.) war das II. Infineon-Masters in Budapest (IM- und FM-Turnier) beendet. Ebenfall beendet wurde das tägliche dreistündige Training mit GM Jószef Horváth (2553 und seit Jahren Trainer der ungarischen Frauen-Nationalmannschaft).
Nun seit Montag übernahm Großmeister Zoltán Varga (2592), Sechster der Ungarn-Rangliste das Training. Nunmehr waren jeweils drei Stunden vor- und nachmittags zu absolvieren. Auf dem GellertbergStrategisches Training soll in die höheren "Regionen" des Schachs führen.
In der Andrássy UtcaAusnahme war der heutige Dienstagvormittag. Herr Varga hatte eine andere Aufgabe und das Team erstmals Zeit, sich Budapest anzuschauen. Und das im Schnelldurchgang. Die Stadtrundfahrt mit einem offenen Bus führte in Vor dem Moulin Rouge auf der Andrássy Utca, der Pester Champs-Élyséeszwei Stunden an alle wichtigen und geschichtsträchtigen Orte der ungarischen Millionenstadt.
16 Sprachen waren bereitgestellt. So erfuhren Elena, Felix und Falko viele interessante Dinge über die Geschichte Ungarns. Auch ein kurzer Nieselregen während der Fahrt (alle erhielten Regenumhänge) konnte den ansonsten wieder sehr warmen Tag nicht wirklich stören. Die Fotos zeigen die Kinder in der Zitadelle auf dem Gellertberg. Den Abschluss bildete ein kleiner Stadtbummel mit Eisessen auf der Andrássy Utca, der Pester Champs-Élysées.

Oswald Bindrich

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