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Deutsche Jugendmeisterschaft 2004

vom 29.05. bis 06.06.2004 in Willingen

Felix goes Dresden - Interview mit Felix Graf

Felix GrafIn den letzten Jahren hat sich Dresden zu einer der „Schachmetropolen“ der Republik gemausert. Dafür sorgten einmal große und bekannte Turniere, in letzter Zeit verstärkt auch die Bewerbung um die Schacholympiade. Ein weiteres wichtiges Standbein ist das Sportgymnasium. Die Schule mit angeschlossenem Internat ist nicht nur unter Eingeweihten für eine hervorragende Betreuung bekannt.
Im Herbst letzten Jahres wechselte Felix Graf nach der Grundschule auf das Sportgymnasium. Der Spieler in der U12 zog dafür von Augsburg nach Dresden.

Wie bist Du denn auf das Sportgymnasium gekommen?
Felix: Ich habe auf der letzten DEM davon gehört und fand die Idee ganz interessant. Ich bin dann kurz darauf auf ein Turnier gefahren, das dort durchgeführt wurde. Bei der Gelegenheit habe ich mir das Gymnasium dann angeschaut und war begeistert.
Wie ist denn Schach in Deinen Unterricht integriert?
Felix: Ich habe zweimal in der Woche morgens Gruppentraining. Da machen wir eher allgemeines Training. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel verschiedene Großmeister durchgenommen und uns deren Stile angeschaut. Und dann habe ich noch dreimal in der Woche Einzeltraining, das speziell auf mich ausgerichtet ist. Hauptsächlich Eröffnungstheorie. In der Woche kommt man dann so auf zehn bis zwölf Stunden Schachtraining.
Und der normale Schulunterricht?
Felix: Da habe ich natürlich genau so viel, wie andere auch. Durch das Schach bleibe ich nur zwei Stunden länger am Tag in der Schule als Schüler auf anderen Schulen.

Rund 20 Kinder sind in einer Klasse. Da aber alle Kinder unterschiedlichen Sportarten nachgehen und irgendein Verband gerade immer mal Meisterschaften und Turnieren ausrichtet, sind meistens etwas weniger Schüler anwesend.
Die Teilnahme an den Sportveranstaltungen wird durch die Schule nach Möglichkeit gefördert. Einerseits geben die Lehrer den Schülern Aufgaben vor den Turnieren mit. Diese können sie dann nebenbei bearbeiten, um mit den Schülern im Unterricht einigermaßen Schritt zu halten. Und nach den Turnieren geben die Lehrer viele Hilfestellungen, um den Lernrückstand wieder aufzuholen.

Wie hat sich denn Deine Spielstärke seit dem letzten Herbst entwickelt? Merkt man, dass Du nun speziellen Unterricht bekommst?
Felix: Na ja, also in den Eröffnung fühle ich mich schon sicherer. Und so im allgemeinen Spiel habe ich auch einiges gelernt.

Bernd Vökler, Bundesnachwuchstrainer des DSB, trainiert die fünf Kaderspieler am Dresdner Gymnasium einmal monatlich in einem Sondertraining. Er sieht die Entwicklung deutlich ausgeprägter.

Vökler: Seit der letzten DEM hat Felix gut 250 DWZ-Punkte gut gemacht und zwischenzeitlich sogar eine Elo-Zahl erspielt. Der Leistungssprung ist schon zu erkennen. Wichtig ist jetzt, dass sich diese Entwicklung auch im kommenden Jahr fortsetzt. Das wird natürlich aber auch immer schwieriger.

Auf dem Sportgymnasium sind zwischen 15 und 20 Schüler im Bereich Schach angemeldet. Die meisten von ihnen haben schon eine relativ hohe Spielstärke. Misst man den Erfolg der Schule an den errungen Titeln, steht das Gymnasium sehr gut da. Nicht nur den Sieg der angetretenen Mannschaften in der Deutschen Schulschachmeisterschaft und dem Internetschulschachpokal sind erwähnenswert. Die wohl prominenteste Schülerin (aus Schachspielersicht) ist wohl auch die erfolgreichste: Elisabeth Pähtz. Und Volker Seifert vom Sportgymnasium spielt gerade um den Titel im U25-Open, um noch einen weiteren Namen zu nennen.
Fragt man Felix, ob und warum er anderen das Gymnasium empfehlen würde, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen.

Felix: Das kann ich nur stark empfehlen. Einerseits werden die Talente der Schüler richtig und gut gefördert, und andererseits gibt es keine Probleme mit Freistellungen. Die Schule fördert die Ausübung unserer Sportarten sehr.
Und wo wärst Du 2008, wenn die Schacholympiade in Dresden stattfinden sollte?
Felix: Dresden hat ja die Möglichkeit, eine zweite Jugendnationalmannschaft zu stellen. Ich hoffe, dass ich dann in Dresden dabei sein kann.

Quelle: http://www.dem2004.de/impressionen/quacksalber/7/dresden.html
 

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