Jugendschachbezirk Dresden
Kinder stürmen Hüpfburg
Aktion. Die Kinderwoche ist in vollem Gange. Gestern
war die „Villa“ mit viel Spielzeug auf dem Markt, und Falko Bindrich lud zur
Schachvesper.
Cindy malt die Sonne aus. Zusammen mit ihrer kleinen
Schwester sitzt die Siebenjährige an einem Tisch am Rande des rollenden
Spielplatzes der „Villa“ und hält die Mitarbeiter der Kindereinrichtung auf
Trab. Ein paar Meter weiter tollen mehrere Steppkes auf der Hüpfburg umher.
Andere probieren sich beim Zielwerfen mit Tischtennisbällen.
Es ist Montagnachmittag, die Sonne lacht, und auf dem Markt haben Mitarbeiter
des Kinder- und Jugendhauses „Villa" ihren Spielplatz aufgebaut. Mit gutem
Grund: Es ist Kinderwoche in Zittau, die achte, um genau zu sein. Seit 10 Uhr
kümmern sich Betreuer der Villa um die Kinder. „Heute Vormittag kam eine ganze
Kindergartengruppe", sagt Petra Grundmann. „Über Mittag war es etwas ruhig.
Danach schauten viele auf dem Nachhauseweg von der Schule vorbei." Neben der
großen Hüpfburg, Ball- und Geschicklichkeitsspielen waren auch die Brettspiele
heiß begehrt. Doch nicht bei Cindy. Sie greift weiter in die Buntstiftdose und
verschönert in dem Malbuch jetzt ein Haus.
Ein
paar hundert Meter weiter, in der Kreissparkasse, trudeln so langsam die Gegner
von Falko Bindrich ein, Zittaus 14-jährigem Schach-Ass. Es ist wieder
Zeit für die Schachvesper, die schon lange zum Programm der Kinderwoche gehört.
Dabei stellt sich der frisch gebackene Deutsche Meister gleich mehreren Gegnern,
darunter OB Arnd Voigt, dem Kinderstiftungs-Vorsitzenden Volker Beer und
Vertretern von Sponsoren. Und die Gegner sind guter Dinge, wenigstens ein paar
Runden bestehen zu können. OB Voigt will sich zum Beispiel „so lange wie möglich
über Wasser halten". Doch Falko kennt kein Pardon. „Ich versuche, alle Partien
zu gewinnen", sagt er lächelnd. Wenig später dreht er an zwölf Schachbrettern
vorbei seine Runden und setzt Zug um Zug. Schnell kommt mancher in die
Bredouille. Nach 20 Minuten ist die Partie für den OB verloren. Kurz darauf ist
auch Volker Beer schachmatt. Von zwölf Partien gewinnt Bindrich acht, drei gehen
unentschieden aus, einmal verliert er. Im nächsten Jahr können alle erneut ihr
Glück versuchen. Die Schachvesper wird es sicher auch bei der nächsten
Kinderwoche wieder geben.
Quelle: Sächsische Zeitung vom 31. Mai 2005
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